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Beleuchtung für Korallen

Praktische Tipps um Deine Korallen optimal zu beleuchten

Beleuchtung für Korallen
Pro

Um gesunde und lebhafte Korallen zu züchten, ist es wichtig, dass Dein Aquarium mit dem richtigen Spektrum, der richtigen Intensität und der richtigen Dauer des Lichts versorgt wird. Die Messung der photosynthetisch aktiven Strahlung (Engl. photosynthetically active radiation, PAR) ist entscheidend für die Beurteilung der Lichtmenge und -qualität für Pflanzen. PAR ist nicht nur das wichtigste Maß für Licht in der terrestrischen photobiologischen Forschung für Pflanzen, sondern auch für Unterwasserpflanzen wie z.B. Korallen.

Riff-Beleuchtung

Das gesamte Riff-Ökosystem ist auf Licht für die Photosynthese angewiesen, aus der die Korallen 80-85 % ihrer Energie gewinnen. Darüber hinaus stimuliert die Riffbeleuchtung die Chromoproteine der Korallen, die für die Schaffung wunderschöner, lebendiger und leuchtender Farben verantwortlich sind.

Healthy corals showing vibrant and vivid colors.

Das richtige Spektrum

Da die meisten Korallen aus tieferen Gewässern stammen, in denen das meiste gelbe und rote Licht vom Wasser gefiltert wird, wachsen sie in der Regel am besten unter bläulichem Licht. Die Lichtfarbe, die eine Lampe erzeugt, wird als Farbtemperatur in Kelvin gemessen. Je höher der Kelvin-Wert ist, desto bläulicher wird das Licht. In Riffaquarien ist es üblich, eine Beleuchtung von etwa 6500K bis 20000K zu verwenden.

PAR Empfehlungen

Die Versorgung Deiner Korallen mit den richtigen PAR-/PPFD-Werten ist entscheidend, damit sie gesund wachsen können.

Korallen PAR Wert (PPFD)
Acropora 200 – 600
Smaller Polyp Stony (SPS) 200 – 400
Larger Polyp Stony (LPS) 50 – 150

Da Korallen sehr widerstandsfähig gegenüber unterschiedlichen Lichtstärken sind, sind einzelne Arten in der Lage, sich an eine Vielzahl von Lichtstärken anzupassen, sofern sie genügend Zeit haben, sich an die veränderten Intensitäten zu gewöhnen. Sich nur auf PAR-Werte zu konzentrieren, könnte gefährlich sein, da Korallen eine sorgfältige Beobachtung und Anpassung auf der Grundlage ihrer individuellen Bedürfnisse und Reaktionen erfordern.

Beachte, dass die PAR-Werte als photosynthetische Photonenflussdichte (Engl. photosynthetic photon fluxdensity, PPFD) in der Einheit µmol/m²s gemessen werden.

Sicherstellen der richtigen Dauer

Da Korallen photoperiodisch sind - das heißt, sie reagieren auf die relative Länge von Licht- und Dunkelperioden - ist es entscheidend, die richtigen, natürlichen Beleuchtungszeiten einzuhalten. Wenn Du mit höheren PAR-Werten arbeitest, ist ein guter Ausgangspunkt, die Photoperiode auf etwa 9 Stunden zu begrenzen. Wenn Dein Aquarium mit niedrigeren PAR-Werten betrieben wird, ist es wahrscheinlich besser, die Beleuchtungszeit auf bis zu 12 Stunden zu verlängern.

Zeichen für zu viel Licht

Ausbleichen / Farbverlust

Wenn Ihre Korallen anfangen, ihre Farbe zu verlieren, solltest Du die Lichtintensität reduzieren oder sie in einen niedrigeren oder äußeren Bereich des Riffaquariums versetzen und sorgfältig beobachten, wie die Korallen reagieren. Die häufigste Reaktion auf zu viel Licht ist, dass die Korallen blass oder ganz weiß werden.

Schrumpfen

Ein weiteres Anzeichen für zu viel Licht ist, dass die Koralle selbst schrumpft, anstatt ihre Größe zu behalten oder zu vergrößern. Dies kann, muss aber nicht mit einem Farbverlust einhergehen.

Zeichen für zu wenig Licht

Braune Färbung

Wenn Deine Korallen anfangen, sich braun zu verfärben, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass sie eine höhere Lichtintensität benötigen. Beachte, dass dies auch eine häufige Reaktion auf suboptimale Wasserqualität ist, die ebenfalls beobachtet werden muss.

Langsames Wachstum

Wenn Deine Koralle nicht so wächst, wie Du erwartest, kann dies ein Symptom für zu wenig Licht oder auch für viel zu viel Licht sein. In diesem Fall wäre es am besten, detaillierte Lichtintensitäten zu messen und zu recherchieren, welche Erfahrungen andere mit der Beleuchtung Deiner spezifischen Koralle gemacht haben.

Verwendung unserer App für Unterwasser-PAR-Messungen

Es ist absolut kein Problem, unsere Grow Light Meter App unter Wasser zu verwenden - es bedarf nur ein wenig Vorbereitung und einiger Anpassungen.

Ohne Korrektur liefern PAR-Messgeräte, die in Luft kalibriert wurden, unter Wasser nur relative Werte, da mehr Strahlung aus dem Messelement zurückgestreut wird, da der Brechungsindex von Wasser größer ist als der von Luft, was zu einem Phänomen namens Immersionseffekt führt. Glücklicherweise bietet unsere App eine praktische Kalibrierungsfunktion, mit der diesem Phänomen entgegengewirkt werden kann, indem ein  Immersionseffekt-Korrekturfaktor von 1,32 auf die in Luft kalibrierte Messung angewendet wird.

Wasserabdichtung

Ein offensichtlicher Schritt besteht darin, das Smartphone und den eventuellen Diffusor auf iOS für die Verwendung unter Wasser vorzubereiten. Auch wenn die meisten modernen Smartphones bis zu einem gewissen Grad wasserdicht sind, empfehlen wir, das Smartphone in eine durchsichtige Plastiktüte zu stecken.

Putting the smartphone in a clear bag ensures that our whole setup is waterproof

Wenn Du eine Art lichtdurchlässigen Kunststoff vor Deiner Kamera hast, wird zwangsläufig ein Teil des Lichts blockiert, so dass eine Kalibrierung erforderlich ist, um den Verlust an Lichtdurchlässigkeit auszugleichen.

Kalibrierung

Die Kalibrierung ist nicht nur erforderlich, um die wasserdichte Einrichtung zu kompensieren, sondern auch, um die physikalischen Veränderungen in der Lichtübertragung zu berücksichtigen, die in Luft und Wasser unterschiedlich sind. Daher wenden wir den Korrekturfaktor für den Immersionseffekt an, um mit unserem luftkalibrierten Grow Light Meter genaue PAR-Messungen unter Wasser durchzuführen.

In einem ersten Schritt müssen wir unser wasserdichtes Gerät kalibrieren. Dazu müssen wir eine Referenzmessung ohne die Plastiktüte durchführen, die wir dann im Rahmen der Kalibrierung verwenden werden.

Taking the initial measurement under stable conditions
The same conditions but now with the clear plastic bag over the camera

Für die Kalibrierung verwenden wir die Option "Light- / PAR-Meter" und geben unsere ursprüngliche Messung als Referenzmesswert des Messgeräts ein.

The three broad steps to counteract the plastic bag in front of the camera

Damit haben wir den Transmissionsverlust der Plastiktüte erfolgreich kompensiert und sollten mit der Tüte genau dasselbe messen wie vorher ohne Tüte.

Als zweiten und letzten Schritt müssen wir unseren Korrekturfaktor für den Immersionseffekt von 1,32 auf die Messung anwenden. Dazu können wir wieder die reguläre "Light- / PAR-Meter"-Kalibrierungsoption verwenden.

A second calibration is required to apply the immersion effect correction factor

Es ist ein kleiner Trick erforderlich: Gib im dritten Schritt eine Pseudomessung ein, um zum "Detected Peak Light" im vierten Schritt zu gelangen, der ansonsten gesperrt ist. Nachdem Du diese Messung vorgenommen hast, müsst Du sie mit 1,32 multiplizieren und dieses Ergebnis als Referenz in Schritt drei eingeben, auf den Du durch Zurückwischen zugreifen kannst.

The broad three steps to factor in the immersion effect correction factor

Drücke dann auf "Kalibrieren" und fertig: Du kannst unser Grow Light Meter nun als Unterwasser-PAR-Messgerät verwenden.

Bonus Tipps

Beobachte Deine Korallen im Laufe der Zeit, um zu lernen, ihre Bedürfnisse besser zu erkennen
Messe wiederholt und regelmäßig
Wenn Dein Riff-Ökosystem gesund erscheint, lass es sein

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Wir haben eine Zusammenfassung dieses Artikels als Infografik (auf Englisch) erstellt

Beleuchtung für Korallen

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